Der versteckte Kostenfaktor im Einkauf:
In den meisten kleinen und mittleren Unternehmen läuft der Einkauf nach demselben Muster: Jemand stellt fest, dass etwas fehlt. Dann beginnt die Suche - Google, Alibaba, Amazon, ein Anruf beim bekannten Lieferanten. Irgendwann landet man bei einem Angebot, das akzeptabel wirkt und bestellt. Ob es das beste war, weiß niemand. Ob es einen günstigeren Lieferanten mit gleicher Qualität gibt, wurde nicht geprüft. Der Einkauf funktioniert, aber er funktioniert nicht gut.

Was diese Arbeitsweise kostet:
Der Schaden entsteht nicht durch eine einzelne schlechte Bestellung. Er entsteht durch die Summe von Entscheidungen, die niemand systematisch hinterfragt. Jede Recherche kostet zwischen 20 und 60 Minuten und liefert ein Ergebnis, das vom Wissensstand der suchenden Person abhängt. Wer Alibaba nicht kennt, kauft nicht dort. Wer keinen Vergleich zieht, zahlt den ersten Preis. Wer keine Lieferantendatenbank pflegt, beginnt bei jeder Bestellung von vorne. Über ein Jahr summiert sich das auf Hunderte von Arbeitsstunden und auf Preisunterschiede, die bei systematischem Einkauf vermeidbar gewesen wären.
Warum sich das kaum jemand bewusst macht:
Der Einkauf ist in den meisten KMUs kein Prozess, sonder eine Gewohnheit. Weil er irgendwie immer funktioniert hat, wurde er nie grundsätzlich hinterfragt. Es gibt keine Auswertung, die zeigt, wie viel Zeit in Lieferantenrecherchen fließt. Kein Vergleich, der aufdeckt, was eine Bestellung hätte kosten können. Das Problem ist nicht sichtbar genug, um Priorität zu bekommen und genau deshalb bleibt es jahrelang bestehen.





